video Ausstellungstipp: Mode und Sex – Jean Paul Gaultier live in München


Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk. Ausstellung in der Hypo Kunsthalle München

 Wild, bizarr, sehr sexy

So nah kommst du echter Haute Couture selten. Du möchtest sie berühren, was natürlich verboten ist. Macht nix: sie berührt dich ganz von selbst. Die Jean Paul Gaultier Schau in der Kunsthalle München katapultiert dich mitten hinein in die phantastische Welt dessen, was Mode sein kann: Wild, bizarr, phantastisch, sehr sexuell. Einfach toll. Auf jeden Fall: total lebendig, sprühend, energievoll.

Teddy-Transen und Matrosen

TeddyDass der Funke von den mehr als 140 präsentierten Unikaten auf die Besucher überspringt, das schafft die großartige Inszenierung. Jeder Raum hält dich in Atem, ein Wow! folgt dem anderen: Da sitzt der kahl geliebte Plüschbär von Klein-Jean Paul – mit Spitztüllen-BH und Make-Up von Designer-Kinderhand zum transsexuellen Wesen gestylt. Des Meisters Frühwerk in Großmamas Boudoir.

„Bonjour et bienvenue …“

Androide Modepuppen in Matrosen-Outfits zwinkern dir zu, ein zweisprachig grüßender, parlierender Gaultier in Lebendformat und ein singender Marienchor bilden den Soundtrack – oder sind es die Sirenen des Odysseus? Filmaufzeichnungen von legendären Pop-Konzerten in glamourösen JPG-Stargarderoben. Natürlich Madonna mit Tüllenbrüsten.

Wow! von Oma bis Madonna

Madonna1Alles fing also mit besagter Teddy-Transe an und mit Omas Kleiderschrank. Die prächtige Dame sitzt auf einem Foto neben Dreikäsehoch Jean Paul, der sie bewunderte. Schluss mit dem Korsett als verschämt-vielversprechendes Drunter. In allen Variationen zelebriert Gaultier den Tabubruch und exponiert Brüste, Hüften und Po’s in barock ausladenden Formen. Wow.

Kerle mit Rücken-Decolleté

Das Kapitel „Odyssee“ widmet sich dem Seemanns-Pullover mit blauweißen Streifen. Eine Ikone kraftvoller Männlichkeit, wie Kerle vom Schlage Picassos sie vorlebten, doch die wird auch nicht verschont: rückenfrei ziert sie z.B. einen durchaus sehenswerten Männer-Oberkörper und ist Ausgangsobjekt unterschiedlichster modischer Abwandlungen.

Punk trifft Haute Couture – Paris trifft London

JPG ParisszeneLokalkolorit und 80er-Wehmut: vor Großstadt-Glitzer-Panoramen feiert ein Défilée extravaganter Modelle Punk und Burlesque, verbindet Londoner Coolness mit Pariser Romantik. Es gibt den klassischen Catwalk, umrahmt von mächtigen Irokesenfrisuren und Jeansstoff-Kreationen in sagenhaften Schnitten und Kombinationen. Zum Abschluss die weißen Braut-Kostüme, einige eher wie Schneeritter anmutend oder Gestalten aus einer Science Fiction Phantasie denn zarte Bräute.

Fazit: Unser Leben könnte viel bunter sein!

MeerjungfrauDie Vielfältigkeit der kreativen Ideen, die ungewöhnlichen Material-Zusammenstellungen, Schnitte, Aufpolsterungen, Stofffüllen, provozierende Stoff-Aussparungen – all das lässt das, was wir sonst als Mode bezeichnen, brav, bieder und lahm erscheinen. Unverkennbar jederzeit das Spiel mit erotischen Bedeutungen. An Körpern oder an Körper phantasiert. Matrosenpullis mit offenem Rücken, Anleihen an Korsetten und Corsagen, kostümierte Nacktheit, Männer in Röcken und Frauen in farbenfrohe Paradiesvogelfedern gehüllt – manno, unser Leben könnte viel spannender sein.

Für JPG ist es das ohne Zweifel. Und wer sich selbst mal ein paar bunte Federn an sein Alltags-Grau stecken möchte und sich nicht so recht traut oder keine Idee hat, wie und wo – Inspiration gibt es hier genügend.

Montags halber Preis

Ein Tipp zum Schluss: montags ist die Ausstellung geöffnet und dann kostet der Eintritt nur die Hälfte (7 Euro statt 14 Euro regulär)! Ein interessantes Führungs- und Veranstaltungs-Programm begleitet die Schau.

Noch bis zum 14.02.2016 täglich geöffnet von10 bis 20 Uhr,
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München, Theatinerstraße 8, nah beim Marienplatz#JPGMUC #KunsthalleMuc

JPG Matrosen-Bühne

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