DIE STADT UND DIE MACHT – Weltbühne Berlin im TV

Große Geschichte, rasante Bildfolgen, Berlin als Weltbühne
Die Stadt und die Macht - Berliner Politthriller in 6 Teilen
Berlin ist der Schauplatz für den neuen ARD-Sechsteiler „Die Stadt und die Macht“

Wenn Berlin etwas kann, dann klotzen statt kleckern. Das beweisen auch die Autoren des Sechsteilers „Die Stadt und die Macht“ (12., 13., 14. Januar, 20.15 und 21.00 Uhr, Das Erste). In jeder Folge dieses Politthrillers, der gleichzeitig Familiendrama und Sittenbild der Hauptstadt sein

Anna Loos als Bürgermeister-Kandidatin
„Die Stadt und die Macht“ in Das Erste am 12.01.16: Anna Loos kämpft um beides

will, werden neue Fallstricke gelegt und überraschende Wendungen geliefert. Schon der Vorspann schlägt einen großen Bogen: Originalaufnahmen von Ernst Reuter („Schaut auf diese Stadt“) und John F. Kennedy („Ich bin ein Berliner“) verweisen auf die große Geschichte, rasante Bildfolgen zeigen das heutige Berlin als Bühne für große Dramen – neonhell, kalt und schnell.

Das Verhängnis beginnt mit dem Todessprung eines Unternehmers vom Dach seiner Penthouse-Wohnung, es endet mit einem Doppelselbstmord in einer noblen Villa, dazwischen ballen sich Intrigen rund um ein Mordkomplott.

Starke Rolle: Anna Loos kämpft um das Amt des Bürgermeisters
Starke Rolle: Anna Loos in "Die Stadt und die Macht"
Titelplakat des neuen ARD-Sechsteilers mit Anna Loos

Anna Loos spielt die Anwältin Susanne Kröhmer, Spezialistin für Jugendstrafrecht, die sich in den Wahlkampf stürzt, um Bürgermeisterin dieses Molochs zu werden. Eine Frau, die mit Hilfe ihrer Therapeutin an einem Familiengeheimnis würgt und um die Liebe ihres mächtigen Vaters (Thomas Thieme) buhlt.

Loos spielt diese Frau so stark wie verwundbar. Sie ist eine dieser Fernseh- Heldinnen, die dafür prädestiniert sind, männliche Seilschaften aufzudecken. Mag der

Renate Krössner, Anna Loos, Thomas Thieme in "Die Stadt und die Macht" ab 12.01.16 in Das Erste
Familie mit Geheimnissen – Szenenbild aus „Die Stadt und die Macht“

Plot auch an den dänischen Politthriller „Borgen“ („Gefährliche Seilschaften“) erinnern, der genauso kongenial Medien, Politik und Privates verband, mag man sich gelegentlich an den allzu konstruierten Verwicklungen stören: „Die Stadt und die Macht“ ist Fernsehen, das fasziniert.

Anna Loos als Jeanne d’Arc, die für ihre Ziele durchs Feuer geht

„Ich will die kriegen, die sagen, was geht mich Politik überhaupt an,“

Die Stadt und die Macht - Berlin als Weltbühne, das rote Rathaus als Kampfplatz
Weltbühne Berlin mit dem roten Rathaus: Schauplatz und Schaltstelle für „Die Stadt und die Macht“

sagt Regisseur Friedemann Fromm. Ähnlich wie die korrupten Politiker, die er vorführt, ist auch der Regisseur in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich. Immer wieder fliegt in Rückblenden eine halb verkohlte Puppe durch die Luft, Ursache von Susannes Kindheitstrauma. Und wenn ausgerechnet ihr hoffnungsvoller Schützling Jussuf in der Jugendstrafanstalt in eine Geiselnahme verwickelt wird, dann wird ein Gefängniswärter gefoltert und eine flüchtende Geisel effektheischend in Brand gesetzt. In der letzten Szene reißt sich die im Stahlbad gehärtete Kandidatin die Perücke von Kopf und verschwindet mit kurz geschorenem Haar im gleißenden Licht der Studio-Kameras – eine Jeanne d’Arc, die für ihre aufrichtige Politik durchs Feuer geht. Auch mit Symbolik wird hier nicht gegeizt.
Angela Meyer-Barg

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