Kunst in der City: Urban Art Clash & Pop Up Gallery Kunstvoll

 

Urban Art Clash, Oberhafenquartier Hamburg
Oberhafenquartier Hamburg – Raum für Kreative

Am Wochenende durch Ausstellungen stromern macht Spaß und sorgt für Gesprächsstoff danach im Café oder im Resto. Hier zwei sehr unterschiedliche Orte jenseits des Hamburger Kunst-Mainstreams:

Pop Up Gallery KUNSTVOLL: Lebenslinien
Pop Up Gallery Kunstvoll im Mundsburg Shopping Center
Pop Up Gallery Kunstvoll im Mundsburg Center

Das Mundsburg Center steht nicht gerade für kulturell animierendes Ambiente, doch zur Zeit bereichert die Pop Up Gallery KUNSTVOLL die Shopping-Mall an der Hamburger Straße: Galleristen-Nachwuchs Lavinia Rosen versteht es, spezielle Locations durch ihre Kunst-Präsentationen aufzuwerten.

„LebensLinien“ bezieht sich als vier Positionen zusammenfassender Titel der Ausstellung natürlich ganz vieldeutig auf die Linie als visuelle sowie technische Grundform, aber auch als Metapher für erkennbare Bezüge, Richtungen, Verbindungen zwischen Vergangenem und Jetzigem.

Die Linie als Grundform – in der Kunst wie im Leben
Pop Up Gallery Kunstvoll
Petra Rosen, Triptichon

So unterschiedlich auch die Stile und Techniken der Künstlerinnen – von Genähtem über graphische Schwarz-Weiß-Illustrationen bis zu opulenten Farbexplosionen in raumgreifenden Formaten – so verbindend und wiederauffindbar erschließt doch das Motto die Arbeiten, lässt einen gemeinsamen Grundton entstehen.

Moderne Heldinnen wie Amy Winehouse, 
Amy Winehouse
Anna Schellberg: Amy Winehouse

Audrey Hepburn und Frida Kahlo demontiert Anna Schellberg, indem sie die in Öl fein gemalten Gesichter nachträglich verwischt, verzerrt, auflöst. In reduzierter Farbigkeit wirken diese „Blurred Beautys“ (verschwommene Schönheiten) tragisch zerstört und deuten damit auf die biographischen Brüche im Leben der prominenten Frauen.

IZAIZA gibt der Ausstellung das Gesicht
IZAIZA in der Pop Up Gallery Kunstvoll
LebensLinien: IZAIZA

IZAIZA bleibt ihrem klaren, grafischen Stil weitgehend treu – ihre eigenartig bizarren Frauengesichter und Formen sind trotz ihrer Ecken und Kanten von Gefühlen bewegt wie bewegend. Besonders gut hat mir die Animation gefallen, bei der wie in einem Kaleidoskop aus Formensplittern Bilder entstehen und wieder zerscherben – alles in Schwarz-Weiß und unglaublich metaphorisch vielfältig.

Energie wabert durch den nüchternen Raum
Pop Up Gallery Kunstvoll
Petra Rosen

Lavinias Mutter Petra Rosen arbeitet mit Acryl – ihre abstrakten Splashes sprühen Leben und Dynamik, sogar der monochrom gehaltene Triptichon lässt Energie durch den nüchternen Raum wabern.

LebensLinien: Daria Dobrolinski
LebensLinien: Daria Dobrolinski

Klein, fein und bescheiden kommen dagegen die collagenhaften Näharbeiten von Daria Dobrolinski daher und geben dem Ausstellungstitel noch eine zusätzliche Bedeutung: der Stich als Linie besonderer Art, der weibliches Schaffen symbolträchtig zusammenhält. Insgesamt eine vielschichtige Gesellschaft, die Lavinia hier zum Kunst-Stelldichein geladen hat und ganz besonders im Kontrast zum lieblosen Einkaufszentrum eine Sinnes-Oase!

Urban Art Clash – Gentrifizierung, erster Akt
Urban Art Clash
Urban Art Clash: Kopffüßler

Wer wissen will, wo die Gentrifizierung Hamburgs als nächstes zuschlagen wird, dem sei das Kunst-Event Urban Art Clash im Oberhafenquartier ganz unbedingt empfohlen! Die brach wirkende Hafenindustrielandschaft zwischen Deichtorhallen und Hafencity vibriert vor neu erstandenem Leben, eine junge Kunstszene bevölkert die maroden Lagerhallen.

Ein Rest Hafenambiente wie in alten Zeiten
Urban Art Clash - da lang!
Urban Art Clash – da lang!

Am Wochenende vom 22. bis 24.4. zeigen sich 50 Künstler in mehreren hallenähnlichen Räumen. Im Drumherum von Klinkerbauten, Kopfsteinpflaster, aufgelassenen Schienen und Wasserwegen weht noch ein Rest Vergangenheit, die alte Oberhafenkantine sackt mit jedem Tag noch ein bisschen schiefer in sich zusammen. Unbedingt hingehen!

Hafenstraße der 80er trifft Hafencity der Millenials
Urban Art Clash
Urban Art Clash

Leider gab es keine Liste mit den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern, die Stimmung ist so à la 80er – dass es heute noch/wieder diese zurzeit vom Kunstbetrieb autonome Szene gibt, macht Freude! Da darf natürlich ein Verweis auf Banksy nicht fehlen. Die Kneipe verströmt das Fluidum eines WG-Gemeinschaftsraums, da kommen nostalgische Gefühle auf …

 

Petra Pokorny

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