Metropolen-Flair im Kunstrausch – hach, Berlin!

Make Art! Graffiti am Halleschen Tor in Berlin
Make Art! Graffiti am Halleschen Tor in Berlin

Du steigst aus dem Zug und weißt: so riecht, klingt, sprüht nur Berlin, Deutschlands einzige, einzigartige Weltmetropole. Das sage ich als Hamburgerin, Bewohnerin Deutschlands schönster Stadt, aber nicht der aufregendsten. Das ist und bleibt BÄRLIN! Ganz besonders für Kunst-Fans.

Galerienrundgang mit dem Freundeskreis des Hauses der Photographie
Peter Puklus in der Galerie Robert Morat
Peter Puklus, Galerie Robert Morat

Treffpunkt ist die Galerie von Robert Morat in der Linienstraße in Mitte, dem Nucleus der Berliner Galerienszene. Morat präsentiert Sammlern und Fotografie-Interessierten mit sicherer Hand junge Fotografen, die auf ihrem Weg zur internationalen Anerkennung bereits deutlich mehr sind als ein Insider-Tipp. In Hamburg zeigte er zuletzt Giacomo Brunelli, die Berliner Räume sind zurzeit Peter Puklus gewidmet.

Giacomo Brunelli in Hamburg, Peter Puklus gleich 2-mal in Berlin
Galerie Morat: Peter Puklus
Galerie Morat: Peter Puklus, leider stark verspiegelt

Unter dem Titel „One and half Meter“ lässt Puklus den Betrachter über die Grenze zwischen Distanz und Intimität treten, gewährt nahe Einblicke in sehr private Momente seines WG-Lebens in Budapest mit Freundin, Freunden, benutzten Betten, frisch gewaschenem Haar und drapierten Vorhängen. Dass dabei Ikonen der Kunstgeschichte von Vermeer bis Gerhard Richter vage in deinen Gehirnwindungen auftauchen, ist kein Zufall.

Altmeisterlich inszenierte Stillleben des alltäglichen Seins
Galerie Morat: Peter Puklus
Galerie Morat: Peter Puklus, leider mit Spiegelung

Akribisch genau – so Morat – arrangiert und komponiert Puklus die scheinbar alltäglichen Szenerien als Stilleben der Jetztzeit, setzt Farben, Perspektive und Fokus mit Bedacht. Die analog aufgenommenen Fotos erhalten durch die Reproduktion auf inzwischen nicht mehr verfügbarem Cyberchrompapier Brillanz, die Rottöne ganz besondere Leuchtkraft. Und sind außerdem Unikate, was den Sammler freuen kann.

Fotografie, die in Räume greift – zweidimensionale Bildwelt war gestern

Peter Puklus bei c/o gallery

 

Peter Puklus bei c/o gallery
Peter Puklus bei c/o gallery

Während bei Morat Arbeiten aus den Studienjahren des rumänisch-ungarische Puklus zu sehen sind, kannst du in der aus dem alten Postgebäude Ecke Oranienburgerstraße ins Amerikahaus nahe dem Bahnhof Zoo umgezogenen c/o gallery die Weiterentwicklung des Künstlers mitverfolgen.

Peter Puklus bei c/o gallery
Peter Puklus bei c/o gallery

Peter Puklus bei c/o gallery

Diese Werkschau mit dem Titel „Unsafe to Dance. Thinking about Photography“ sprengt die Zweidimensionalität des Fotografischen – Skulpturen und ein Fahrrad korrespondieren mit den Motiven, Bilder zerlegen komplexe Formen in ihre Einzelteile, scheinbar völlig unterschiedliche Gegenstände weisen Parallelen auf, unabhängig von Funktionalität und Bedeutung.

Puklus öffnet eine kleine Tür in seinem Kopf und du kannst eintreten

Peter Puklus bei c/o gallery

IMG_6818Das gewohnte Sehen und Deuten wird verschoben, kommt ins Stolpern, wird irritiert. Irgendwie öffnet Puklus eine kleine Tür in seinem Kopf und wenn du magst, kannst du eintreten und dich umsehen. 🙂 Wahrscheinlich werden sich einige der Bilder in deine Träume einschleichen und du wirst aufwachen und dich darüber wundern.

Berlin, Berlin – wir ziehen nach Berlin!
Robart Morat im Gespräch mit Ulrich Rüter
Robart Morat im Gespräch mit Ulrich Rüter und dem Freundeskreis des Hauses der Photographie

Es ist sehr schön, in BÄRLIN zu kunstwandeln, du wirst reich beschenkt mit Eindrücken, tollen Hängungen, modern geführten Häusern (bald noch mehr davon). Die Kunstszene jedenfalls fühlt sich hier viel besser aufgehoben als im gar nicht mehr so fernen Hamburg. So löst Morat seine hanseatische Dependance – wie vor ihm auch Hilaneh von Kories, die Vivian Meier als Erste in Deutschland/Hamburg präsentierte – gerade auf und zieht kompletto in die Hauptstadt. Berlin sei einfach der Brennpunkt des Galeriengeschäfts, hier trifft er seine internationale Kundschaft und selbst die Hamburger Käufer sind im Galerien-Hotspot um die Auguststraße entscheidungsfreudiger als im regnerisch-klammen HH.

Heißer Tipp: Gallery-Weekend am 30. April – 1. Mai in Berlin Mitte!
Auguststraße in Berlin Mitte
Auguststraße in Berlin Mitte

„An Tagen wie zum Gallery-Weekend kommen 900 Besucher in meine Galerie – in Hamburg wären es vielleicht nur 5.“ kommentiert der Galerist seine Entscheidung für diesen Standort. Und wenn du so richtig Lust auf Galerienbummel hast, dann sei dir das kommende Wochenende empfohlen, denn da werden alle Häuser ihre Türen öffnen und rund um die Auguststraße großer Trubel herrschen.

Willy Brandt Haus
Willy Brandt Haus

Weitere sehenswerte Stationen: Willy Brandt Haus mit Robert Lebeck, der Hamburger Bahnhof und der Gropius Bau mit Lee Miller.
Eindrücke und Infos dazu demnächst auf Welle deluxe!

Petra Pokorny

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