Sekt in Weimar, Schätze in Gotha, roaring Sixties in Apolda

Die Welt verändern – in Weimar, Gotha und Apolda

Weimar kennt jeder, schon allein wegen Goethe & Co., eventuell als ersten Bauhaus-Standort, überhaupt als schnuckeliges Barock-Städtchen mit Schloss und allem drum und dran. Wie aber steht’s mit den Nachbarorten Gotha und Apolda? Vielleicht mal gehört den ersten, „A… wie?“ doch eher den letzteren.

Das Art-Magazin feiert Gotha und seine Schätze
Artikel im Art-Magazin, Mai '16
Artikel im Art-Magazin, Mai ’16

Zufälligerweise erschien zeitgleich zu meinen Weimar-Reiseplänen im neuen Art-Magazin ein hymnischer Artikel zu den mannigfaltigen Schätzen, die Gotha – Achtung, Geheimtipp! – hütet. Und Also: nix wie hin, wo es doch nur runde 50 km von Goethes guter Stube entfernt liegt.

Für ganz Europa entscheidende Einflüsse gingen von den einstigen Residenzstädten Gotha und Weimar aus
Die Ernestiner - Ausstellung in Gotha und Weimar
Queen Victoria heiratete einen schneidigen  Ernestiner Sprössling und prägte ein ganzes Zeitalter

Mit der städteübergreifenden Ausstellung Die Ernestiner – eine Dynastie prägt Europamanövriert sich Gotha gerade aus seinem Schattendasein – und thematisiert im Zusammenspiel mit Weimar viele Facts & Figures zu den historischen wie eben auch kulturellen Einflüssen dieses Herrscherhauses.

By the way: ich finde es ja immer problematisch, wenn Monarchen oder gar ganze Dynastien und ihr Reichtum so unhinterfragt gefeiert werden …

Politik, Historie, Pomp und Gloria – von heute aus betrachtet
Ekhof-Theater im Schloss Gotha
Barockes Ekhof-Theater, benamst nach dem Intendanten Ekhof

Geschichtlich Interessierte werden die kommentierenden Texttafeln mit einer Menge Jahreszahlen begeistern. Schon die vielen Exponate, die dich durch das weitläufige Schlossgebäude geleiten, durch Prunkräume, vorbei an kostbaren, altmeisterlichen Gemälden, mit exotischen Kleinodien gefüllten Vitrinen bis zum barock erhaltenen Ekhof-Theater mit der in seiner Zeit hochmodernen Kulissentechnik, vermitteln eine Ahnung vom Reichtum, dem Leben und Wirken dieses einstmals mächtigen Clans.

Gotha vom Schloss aus gesehen
Gotha vom Schloss aus gesehen

Fazit: Kein schlechter Anlass, mal Gotha kennenzulernen.

 

 

Linda McCartney im Kunsthaus Apolda Avantgarde
Linda McCartney im Kunsthaus Apolda Avantgarde
Linda McCartney: My Love, 1978, aus: Roadworks

Ein neues, komplett anderes Kapitel der jüngsten Zeitgeschichte wird im Kunsthaus der einstigen Webindustriestadt Apolda aufgeblättert – yeah! Die wilden, die aufrührerischen 60er Jahre und ihre berühmtesten Rockidole fotografierte Linda McCartney, die Frau an Pauls Seite und eine talentierte Fotografin mit sicherem Gespür für Augenblicke. Sie kam den Stars zu einer Zeit, als diese teilweise noch zur Subkultur gehörten, so nahe, dass dich als Betrachter ein Hauch des damaligen Lebensgefühls anweht.

Durch Apoldas leere Straßen weht der Hauch der 60er
Kulturhaus Apolda Avantgarde
Kulturhaus Apolda Avantgarde mit John Lennon, fotografiert von Linda McCartney

Und das im echt ziemlich öden Apolda mit seinen verlassenen Fabrikanlagen und ehemals pompösen Stadtpalästen, deren Türen jetzt vernagelt und die Fenster eingeschlagen sind. Hier spürst du dann auch noch das Flair vergangener DDR-Zeiten …  Super, dass an diesem Ort ein Kunsthaus mit so hochkarätigen Angeboten aufwartet, die hoffentlich viele Besucher anlocken und den Namen „Avantgarde“ bewahrheiten.

Ja, und Weimar? Ach, das ist doch schon so populär,
Hoch lebe der Sturm und Drang
Hoch lebe der Sturm und Drang Mit allen seinen Genies!

darüber möchte ich keine weiteren Worte verlieren. Na klar, das Goethe-Haus ist einen Abstecher wert, die andere Hälfte der Ernestiner-Ausstellung findest du im Museum und im Schloss, richtig begeisternd finde ich die Anna Amalia Bibliothek, für die du dir möglichst vor deinem Besuch schon eine Karte besorgst. Hübsch sind auch die Stadthaus-Gärten von Herder und der Hofdame Kirms-Krakow. Beschaulich lässt es sich im Park der Ilm-Auen lustwandeln und ein Gläschen Sekt trinken. Zum Wohle des Weimarer Sturm und Drang und der wahrscheinlich ähnlich wilden Sechziger. 🙂

Petra Pokorny

 

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