Jan Fedder als Hafenpastor – Filmpremiere im wahren Herzen St. Paulis

Zur Filmfest-Zeit erinnert Hamburg ein büschen an Berlin
Die schönsten Blicke und Orte auf St. Pauli. Copyright: NDR
Die schönsten Blicke und Orte auf St. Pauli. © NDR/Sandra Hoever

Filmfest in Hamburg: das Filmvolk füllt die Kinos, internationale Raritäten werden gezeigt, große Previews mit Star-Aufgebot sorgen für Glamour in der Hanseatischen Filmstadt, rote Teppiche und Blitzlicht-Gewitter erinnern an das Schaulaufen während der Berlinale. Hier und jetzt kannst du Hamburg at its best erleben, vor allem natürlich, wenn du Cineast bist, aber auch, wenn du gute Hamburger Filme sehen möchtest.

Filmpremiere am Drehort: „Der Hafenpastor“ spielt im Herzen St. Paulis
Jan Fedder als Hafenpastor im Burlesque-Milieu
Jan Fedder als Milieu-Pastor und Neuentdeckung Verena Altenberger als Burlesque-Tänzerin, Bild: NDR/Sandra Hoever

Abseits und doch mitten drin, nämlich im wahren Herzen von St. Pauli, zwischen Reeperbahn und Fischmarkt, in der alten klassizistischen St. Pauli Backsteinkirche des Viertels, findet eine TV-Film-Premiere direkt am zentralen Drehort statt. „Der Hafenpastor und das Blaue vom Himmel“ ist der 3. Teil der Milieu-Seelsorger-Reihe, die das Erste in lockerer Folge produziert. Seele und Hauptfigur: Jan Fedder, der in der Erfolgsserie „Großstadtrevier“ mit Hamburger Slang und launigen Sprüchen zur norddeutschen Kultfigur geworden ist. Flankiert von einer ersten Garde an Fernseh-Schauspielern wie Uwe Bohm, Margarita Broich, Marie-Lou Sellem und vielen mehr gibt Fedder den urigen Seelsorger, der natürlich das Herz am rechten Fleck hat. Von Liebe predigt der Pastor von der Kanzel gleich zu Anfang der Geschichte und um Liebe geht es natürlich auf allen Ebenen sowie in vielen Spielarten und an den Schauplätzen, die du von St. Pauli auch zu Recht erwartest.

St. Pauli von seiner Schokoladenseite in wunderbaren Aufnahmen
Pastor Stefan Book (Jan Fedder) predigt von der Liebe. © NDR/Sandra Hoever,
Pastor Stefan Book (Jan Fedder) predigt von der Liebe. © NDR/Sandra Hoever

Mit gekonnt geschriebenen Dialogen (Drehbuch: Stefan Wild) entspinnt sich der Plot als unterhaltsame Milieu-Story. Ja, vielleicht ist die eine oder andere Wendung etwas unglaubwürdig – dem Amüsement tut es keinen Abbruch. Und amüsiert habe ich mich wirklich, von der ersten bis zur letzten Minute des abendfüllenden Films. Die Kirche selbst ist mir gut bekannt durch vielerlei Veranstaltungen und Konzerte, aber jetzt diesen wirklich stimmungsvollen Ort gleich doppelt zu erleben – einmal als Vorführraum und dann filmisch in Szene gesetzt in wirklich fabelhaften Bildern (Kamera: André Lex) – ist ein St.Pauli-Erlebnis der besonderen Art.

„Liebe“ hat auf St. Pauli ja gleich etwas Lüstern-Verruchtes
Der Hafenpastor und das Blaue vom Himmel: Barbesitzer Bodo trifft Pastor Book
Barbesitzer Bodo beichtet Pastor Book Unglaubliches. © NDR/Sandra Hoever

Jetzt mal zur Liebe, die auf St. Pauli ja gleich einen lüstern-verruchten Beigeschmack bekommt. Pastor Book lebt in „wilder Ehe“ mit seiner langjährigen Freundin Sabine (herzig: Margarita Broich), liebt heiß und innig seine Schwester Rita (kantig: Marie-Lou Sellem) und hasst aus ganzem Herzen den Burlesque-Lokalbesitzer Bodo (garstig mit dem gewissen Flair: Uwe Bohm). Der beschäftigt in seinem zwielichtigen, gleichwohl wohlig-rotlichtigen Lokal die Burlesque-Tänzerin Ina (doppelbödig: Verena Altenberger), die vordergründig die harmlos-verliebte Verlobte von Ritas Ex-Lover sowie Bodos Sohn Hanno (gutgläubig: Matthias Weidenhöfer) gibt. Kurz gesagt: das Malheur nimmt seinen Lauf.

Grandios: die Prinzenbar als Bar Burlesque
Verena Altenberger als Burlesque-Tänzerin
Tanzszene in der Bar Burlesque auf dem Kiez

Daneben hat der gute Hirte auch noch eigene Beziehungsprobleme zu bewältigen, ein Kleinkrimineller wird von der toughen Rita zur Buße gezwungen und Streifenpolizist Hanno darf bei sportlichem Einsatz seinen knackigen Po zur Geltung bringen. Tänzerin Ina zeigt ihr ganzes Können und viel mehr auf der Bühne der Bar Burlesque (grandiose Kiez-Location: die Prinzenbar), Show-Down und Rettung der Liebe dann im St. Pauli Stadion, bis dahin führt uns der Weg durch viele Highlights von Hamburgs wohl bekanntestem Stadtteil mit sagenhaft schönen Bildern (Regie: Jan Hinrik Drevs) Wer nach Filmgenuss am kommenden Freitag , den 14.10. um 20.15 im Ersten nicht sofort ein Ticket nach Hamburg/St. Pauli löst, hat keine Augen im Kopf.

Dönsches vom Dreh
Der Hafenpastor und das Blaue vom Himmel
Wilde Ehe: Sabine und Pastor Book © NDR/Sandra Hoever

„Es sollte ja unbedingt ein Sommerfilm werden, nur dass leider die Außenaufnahmen im Regen stattgefunden haben.“ erzählte uns nach der Vorstellung Producer Michael Albers. Anzumerken ist das dem Film in keiner Weise, St. Pauli und seine Vorzeige-Ansichten erscheinen im attraktivsten Licht. Der Dreh fand im Sommer 2015 statt, für das Team ist der Film also schon ein wenig Geschichte.

Pastorat trifft auf Burlesque

Filmplakat Der Hafenpastor und das Blaue vom HImmel

Während Jan Fedder mit seiner Film-Familie bereits gesetzt war, wurden natürlich etliche weitere Rollen neu gecastet. Als zentrale Rolle galt es dabei die Ina zu besetzen, die einerseits als „nettes Mädel“ glaubhaft durchgehen sollte wie auch als Burlesque-Darstellerin tänzerisch überzeugen musste. „Wir haben mehrere Schauspielerinnen gecastet, die wir ganz gut fanden, aber als Verena herein kam, wussten wir sofort: die ist es.“ Um als Burlesque-Queen glaubhaft zu reüssieren, nahm Altenberger Unterricht bei den einschlägigen Profis Wendy Night in Wien wie auch beim Hamburger Burlesque-Star Belle la Donna. Zusammen mit Uwe Bohm als Conférencier versetzen dich die Burlesque-Szenen in das Ambiente des Klassikers Cabaret.

Voilà: Freitag, 14.10. im Ersten

Petra Pokorny

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