„I love Paris before springtime!“ Leckerbissen für Kunst-Gourmets

Cy Twombly im Centre Pompidou: Four Seasons
Cy Twombly im Centre Pompidou: Four Seasons
Im März nach Paris? Wenn es noch kalt und regnerisch ist und die Bäume gerade mal ihr allererstes zartes Grün zeigen? Cy Twombly hat Schuld, dass wir dieses Jahr zu solch unspektakulärer Zeit unsere „La Culture“-Tour in unsere Lieblingsstadt planten. Die fulminant angekündigte und als Auftakt für das 40-Jahre-Jubiläum des farbriklabyrinthartigen 70er-Jahre-Baus des Centre Pompidou groß gefeierte Cy Twombly Ausstellung geht nämlich leider nur bis zum 24. April – wie doof!

Les Cathedrales Francaises: Eine Skizze von Auguste Rodin inspiriert Anselm Kiefer
Auguste Rodin inspiriert Anselm Kiefer
Doch dann hat es sich voll gelohnt, denn auch das Musée Rodin macht Party zum Anlass des 100. Todestages ihres nationalen Bildhauer-Stars und lud den deutsch-französischen Grand Seigneur d’Art Anselm Kiefer zum Tête-à-tête mit dem Meister, also noch eine grandiose Exposition.

Galerist Paul Rosenberg im Musee Maillol
Galerist Paul Rosenberg
Dazu entdeckten wir als uns neues museales Kleinod das Musée Maillol, in dem zurzeit eine vom französischen Publikum viel beachtete Schau das Wirken des Kunsthändlers und Galeristen Paul Rosenberg beleuchtet und dabei Werke der künstlerischen Promi-Riege aus dem Paris des 19. und 20. Jahrhunderts aus dessen Privat- wie auch Verkaufsräumen zeigt. Das alles bezieht sich auf die Autobiographie „21 rue La Boétie“ (deutsch: Lieber Picasso, wo bleiben meine Harlekine?) der französischen Fast-First-Lady Anne Sinclair, deren Großvater Paul Rosenberg gewesen war. Dass der jüdische Kunstkenner Kunstraub, Verfolgung und Vertreibung durch die Nazis und das Vichy-Regime erlebt und überlebt hat, trägt wohl mit zur politischen Relevanz von Buch und Schau bei.

Foto von Wolfgang Tillmanns in Garten-Ausstellung "Jardins" im Grand Palais, Paris
Foto von Wolfgang Tillmanns in Garten-Ausstellung
Waren wir längst überzeugt, dass der März kulturell genügende Gourmandises zu bieten hat, so erlagen wir durch die Präsentation „Jardins“ – also „Gärten“ – im Grand Palais vollends der Kunst-Völlerei. Ganz entgegen unserer Erwartungen brachte uns dieser museale Spaziergang zurück in die Gegenwart, denn von Pompeii bis zu Wolfgang Tillmanns führte uns der Weg durch lauschige Grünanlagen,  majestätisch angelegte Rokoko-Parks und allerlei Pflanzen-Ansammlungen à la Herman de Vries bis hin zu Brillanten-besetzten Blütenkreationen aus dem Hause Cartier.

Paris at night, Champs Elisée
Paris at night, Champs Elisée 2017
Also, nicht zögern – hinfahren! Paris ist eben IMMER eine Reise wert. (Nächstes Jahr dann doch wieder im Mai mit geliehenen Fahrrädern und Ausflügen in den Bois de Boulogne, nach St. Cloud und Versailles! (Hier zum Beitrag von 2016) Genaueres zu den einzelnen Ausstellungen in Kürze und in diesem Theater.

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