Von Ort zu Ort durch die Alpujarras – Trekking in der Sierra Nevada

Wandern in der Hitze Andalusiens – mehr Sommer geht nicht

Eine Woche wandern liegt vor uns - super!!
Jetzt geht’s los!
August mag nicht der ideale Monat sein, um in einer der südlichsten Bergregionen Europas zu wandern. Mit Temperaturen satt über 30° C musst du schon rechnen, also ein ausgesprochener Sommer-Hitzetyp sein. Die Landschaft spielt alle Variationen von Braun- und Gelbtönen, der Duft getrockneter Kräuter verdampft im heißen Wind, zwischen 13 und 17 Uhr ist Siesta und kein vernünftiger Mensch auf den staubigen Wegen und Pisten unterwegs. Außer uns natürlich.

Die Früchte des Südens verwöhnen den Wanderer

Die Früchte des Sommers, hier: Tamariskensamen
Überall trrockene Tamariskenbüsche mit ihren Samenkapseln
Die Sierra Nevada, das höchste Gebirge der Iberischen Halbinsel, verdankt ihren Namen den schneebedeckten bis zu 3.400er-Gipfeln, doch davon jetzt im Hochsommer natürlich keine Spur. Bis April freilich lässt sich hier wohl auch toll Ski fahren. Unsere Strecke führt über die südlichen Hänge der Sierra, die zum Gebiet der Alpujarras gehören.

Maulbeeren wachsen dir quasi in den Mund
Reife Maulbeeren schmecken fantastisch, kleckern aber mörderisch!
Wie in ganz Andalusien sind die Spuren der Mauren in Kultur und  Landschaft immer noch sichtbar; zum Beispiel verstanden sie es, mit einem genialen Bewässerungssystem die auf den ersten Blick karge Landschaft fruchtbar zu bewirtschaften – du kannst an den Berghängen den breiten Grüngürtel deutlich erkennen, der seine Üppigkeit den wie Adern durchziehenden Wasserkanälen verdankt. Mandel- und Olivenhaine, Tomatenfelder, Wein und Obstbäume aller Art bieten in dieser Jahreszeit reiche Ernte und als Wanderer wachsen dir quasi die reifen Feigen und Maulbeeren am Wegesrand in den Mund, die Mandeln stehen in voller Frucht und wollen geknackt werden.

Trekking de Luxe mit GPS und Gepäcktransport

Orientierung auf der Landkarte vor Beginn der Wochentour
Francis erklärt uns den Tourenverlauf
Francis, der uns am Anfang in die Tour einweist, empfiehlt Frühjahr und Herbst als ideale Wanderzeit. Er und seine Frau Christel sind vor allem auf geführte MB-Touren über die Pisten Andalusiens spezialisiert, aber auch für Freunde der gemächlicheren Fortbewegung organisieren sie Wandertouren von Dorf zu Dorf mit Gepäcktransport. Nachdem er uns in unserem Hotel in Almeria abgeholt hat fährt Francis mit uns in die Berge, über deren Geschichte er in seinem lustig bayovar gefärbten Deutsch mit spanisch hart gerolltem Rrrrrr viel zu berichten weiß.

Der Fernwanderweg GR 7 ist gut beschildert
Wegweiser und Feigenbaum – mehr Luxus geht nicht!
Nach ausführlicher Einweisung schickt er uns – ausgestattet mit Karte, Wegbeschreibungen und GPS-Gerät – los und würde am liebsten einfach mitkommen. Das GPS-Gerät funktioniert aus meiner Sicht total un-smart und ich finde es eher nervig, mit einem Auge auf dem Display zu laufen, statt den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen, gewöhne mich aber daran. Hast du den Track erst mal verloren, ist das Ding völlig nutzlos, weil keinerlei Kartenansicht hinterlegt ist, wie du es z.B. von Google Maps kennst. Sicherheit gibt es vor allem dann, wenn die Strecken-Kennzeichnung ausfällt oder wir den Fernwanderweg GR 7 verlassen sollen, der sich durch die Sierra zieht.

Brunnen mit feinem Quellwasser garantieren streckenweise beste Versorgung

Auftanken in Yegen – die Brunnen sind auch Treffpunkt
In jedem Ort versorgen zahlreiche Brunnen dich mit klarem Quellwasser
Wir gehen mit Tagesrucksäcken, die bei den Mengen an Wasser, die du jetzt unbedingt mitnehmen solltest, schon schwer genug wiegen. Einige Strecken führen durch Dörfer, in denen Brunnen mit köstlichem Quellwasser sprudeln. Doch nicht jeder Weg bietet diesen Komfort, gerade während der hohen, besonders schweißtreibenden und schattenarmen Passagen musst du ohne zusätzliche Wasserversorgung auskommen. Wir laufen zwischen 1.200 und 2.000 m über Null, überwinden aber im Lauf der Tagestouren eine Menge Höhenmeter, weil die Strecken nicht auf einem Niveau bleiben, sondern durch Täler und über Bergrücken führen. Macht ja auch mehr Spaß so.

Die Blicke sind grandios, die Wege manchmal lauschig, meistens mega-anstrengend

Ein Rudel Steinböcke kreuzt unseren Weg downhill
Aufgescheuchte Steinböcke beim Abstieg nach Berchules
Sinnvoll mag es sein, morgens früh aufzubrechen, eine lange Siesta im Schatten von Walnuss- und Mandelbäumen einzulegen und so ab 17.00 Uhr den Weg fortzusetzen. In diesen Spanien-Modus konnten wir uns irgendwie nicht einfügen und sind in der Regel zu spät aufgebrochen, um dann natürlich die Mittagshitze voll mitzunehmen. In Senken steht nachmittags die heiße Luft, auf den Höhen kühlt ein frischer Wind die klatschnasse Haut. Toll das späte Sonnenlicht auf den Abhängen und die geschichteten Bergsilhouetten im aufsteigenden Dunst. Die Landschaft der Alpujarras beschenkt dich mit sagenhaften Momenten und jeder Schweißtropfen steigert den Genuss.

Etappenziel Trevélez
Da ganz unten liegt Trevélez
ZIemlich weit oben: über 2.000 Höhenmeter sind zwischen Berchules und Trevelez erreicht.
Geschafft! Der höchste Punkt unserer Tour.
Morgensonne über Yegen
Morgenstimmung – Aufbruch von Yegen
Auch erfrischend: Belohnungs-Drink in Trevelez
Zischt am Ende der Wanderung besonders
Pferde gehören zum Leben in den Alpujarras
Auf den steinigen Pisten ist Reiten oft eine gute Alternative
Schöne Brunnen und Wasserbecken am Wanderweg
Erfrischung für heißgelaufene Wandererfüße

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